Am Sonntag war ich beim Love-Tag des Literaturfestivals im Heimathafen Neukölln. Dort gibt es diese Woche jeden Tag ab Nachmittags Lesungen. Jeder Tag hat ein bestimmtes Thema. So war der Sonntag eben der Love-Tag. Zu erst las aus ihrem Buch Glücksmuscheln. Ein Jugendroman über die Schwärmerei einer 17 Jährigen für einen 34 Jährigen. Interessant, aber irgendwie passte weder ich noch die anderen Zuhörer in die Zielgruppe. Nett war es trotzdem.
Anschließend gab es eine grandiose Lesung von Liebesbriefen, von bekannten und unbekannten Liebenden. Erich Maria Remarque, Marlene Dietrich, Willi und Marcel kamen zu Wort. Das ganze trug den Titel „Danke für das Geschickte“ und war einfach herrlich. Florian Lukas und Britta Steffenhagen warfen sich gegenseitig die Bälle zu, und wechselten sich mit den verschiedenen Briefen ab. Das Publikum schwankte zwischen lautem Lachen und mitfühlenden Seufzern. Der Höhepunkt des Abends.
Bei der dritten Lesung drehte es sich dem Titel nach um Flusspferde. Es sollte aus dem Buch “Die Schwerelosigkeit der Flusspferde” gelesen werden. Ich war erst etwas skeptisch doch dann entpuppte sich der Autor als hervorragender Vorleser, der aus seinem pointenreichen Buch sehr humorvoll vorlas.
Von der letzten Lesung war ich enttäuscht.Toni Mahoni las „Gebratene Störche“. Die ausgewählte Passage wich recht stark vom Thema des Abends ab, die Witze waren oft zu platt und es gab viel weniger Lacher als bei den beiden vorrangegangenen Lesungen. Phasenweise war mir regelrecht langweilig. Bei den anschließend vom Autor vorgetragenen Liedern wurde es etwas besser. Aber den Teil des Abends hätte ich mir auch sparen können. Insgesamt war es aber ein sehr schöner Nachmittag und Abend. Der Saalbau Neukölln bot eine schöne Atmosphäre für Lesungen im Garten, Saal und Studio. Die Texte waren interessant, lustig und abwechslungreich. Ich kann das Literaturfestival also nur empfehlen. In den nächsten Tagen stehen noch einige interessante Themenschwerpunkte auf dem Programm.
Danke für das Geschriebene!
Schöne Grüße nach Wien,
Florian.