Vor einiger Zeit war ich auf dem Tempelhofer Feld (ehemaliger Flughafen Tempelhof) mit einigen Freunden grillen. Es war ein schöner Abend, das Essen schmeckte, die Sonne ging unter, die Unterhaltungen waren spannend. Irgendwann war die Sonne dann ganz weg und wir holten ein paar Teelichter raus. Es war richtig romantisch. Sterne, ein weites Feld und ein laues Lüftchen. Da waren wir also, zehn junge Leute auf einer Wiese. Nicht betrunken, nicht bekifft, nicht laut, also völlig harmlos. Zumindest dachten wir das.
Der Mitarbeiter der zuständigen Sicherheitsfirma sah das aber Anders. Er kam mit Taschenlampe auf uns zu und sein erster Satz war “Das Gelände ist seit einer halben Stunde geschlossen, eure Anwesenheit hier ist Hausfriedensbruch. Verlasst das Gelände sofort oder ich werde die Polizei rufen.” Wir fühlten uns vor den Kopf gestoßen. Ja, wir wussten, das das Tempelhoferfeld offiziell nur bis 22 Uhr geöffnet ist. Wir waren also darauf gefasst irgendwann zum gehen aufgefordert zu werden. Aber in diesem Ton? Mit sofortiger Drohung? Ohne, dass man uns überhaupt Gelegenheit gab im Guten zu gehen? Nein, das hatten wir nicht erwartet. Auf Grund seiner Drohung fragten wir etwas irritiert nach, wem denn das Gelände gehöre, und wer hier den Hausrecht hätte. Er meinte, das Gelände gehöre der Firma GrünBerlin GmbH und die hätten den Sicherheitsdienst beauftragt. Auf unsere Anmerkung, dass das Gelände wohl kaum der Firma GrünBerlin gehöre sondern dem Land Berlin, meinte er: “Doch das Gelände ist GrünBerlin überlassen worden.” Diese Äußerung fanden wir dann doch ziemlich befremdlich, aber wir sparten uns die weitere Debatte mit ihm, da er offenbar keine Ahnung von den größeren Zusammenhängen hatte. Wir standen also auf und begannen unsere Sachen zusammen zu suchen. Das gestaltete sich etwas schwierig da wir im dunkeln unsere Grillutensilien, Frisbees, Drachen, Flaschen und Fahrräder nicht sofort finden und der richtigen Person zu ordnen, konnten. Während wir dabei waren unsere Habseligkeiten einzupacken und unseren Müll einzusammeln, ging er weiter um die nächste Gruppe anzuschnauzen. Wenige Minuten später, als wir schon fast fertig waren, tauchte er wieder auf, diesmal im Auto und mit seinem Kollegen. Er fuhr mit gleißenden Scheinwerfern, über die Wiese auf uns zu und kam erst kurz vor unserer Gruppe zum stehen. Aus dem Auto heraus begann er uns zu beschimpfen, wir konnten zwar die Hälfte seiner Äußerungen nicht verstehen, aber beleidigt waren wir trotzdem. Wir versuchten ihm ruhig zu erklären, dass wir ja schon fast weg waren, und nur noch unseren Müll aufsammelten. Das interessierte ihn aber nicht, statt uns etwas Zeit zu lassen, beschimpfte er uns lieber als Kelly Family. Wie er darauf kam wussten wir zwar nicht, aber trotzdem waren wir von seiner Art sehr irritiert. Wir entschlossen uns dann aber uns von ihm nicht den ansonsten schönen Abend versauen zu lassen, packten unsere Sachen und gingen ohne auf seine Provokationen einzugehen. Den ganzen Weg zum Ausgang folgte er uns mit seinem Auto und machte weiterhin merkwürdige Bemerkungen aus dem offenen Fenster heraus. Wir schenkten ihm keine weitere Beachtung und setzten den Abend an anderer Stelle fort. Im Gedächtnis bleiben wird er uns trotzdem.
Eigentlich wollte ich mich über diesen Typen nicht nochmals aufregen, aber mittlerweile befürchte ich, dass sein Verhalten in einem größeren Zusammenhang steht. Drehtore an den Eingängen, unfreundliche Sicherheitskräfte und die anderen von GrünBerlin gemanagten Bezahlparks lassen nicht gerade gutes für die Zukunft des Tempelhofer Feldes vermuten. Ich fürchte, bald werden sich die Drehtore nicht mehr einfach so drehen, sondern erst nach Einwurf von ein paar Münzen und nach den “Öffnungszeiten” muss man sich dann erst recht von Sicherheitsleuten schikanieren lassen. Da wäre mir Tempelhof für alle viel lieber.

Ärger Dich nicht. Der Sicherheitstyp war sicher nur froh, dass er mal seine Autorität raushängen lassen konnte. Dass der Tempelhof demnächst auch noch bezahlt werden muss, wollen wir ja wohl nicht hoffen.
Du hast Recht, der Typ wollte wahrscheinlich nur seine Macht demonstrieren. Leider befürchte ich, dass auf kurz oder lang auch das Tempelhofer Feld Eintritt kosten wird. Wozu hätten die sonst diese Drehtore installiert? Normale Tore hätten es ja auch getan.
Sicherheitsleute sind häufig irgendwie stieselig – insbesondere zu harmlosen, friedlichen Leuten, während sie sich an so richtige “Spacken” gar nicht herantrauen.
Nicht ärgern.
Die Drehtore sind vielleicht wegen des zur Eröffnung erwarteten großen Andrangs installiert worden…?
Eintritt nehmen würde sich für die wohl nicht rechnen, dann würde nämlich kaum noch jemand kommen.
Mmh, zur Eröffnung waren die Drehtore nicht in Benutzung, sondern die großen Tore daneben waren offen, sodass man einfach reinlaufen konnte, erst danach konnte man nur noch durch die Drehtore rein. Ich werd auch nicht ganz schlau draus, da ich mir auch nicht vorstellen kann, dass sie damit Profit machen könnten.