… französisch
6. November 2009…unlogisch
28. Oktober 2009U-Bahnen heißen U-Bahnen weil sie unten fahren. Sie sind Untergrundbahnen. S-Bahnen heißen nicht U-Bahnen also fahren sie auch nicht unten, sondern oben. Das erscheint vollkommen sinnvoll und logisch. Bis man am Bahnhof Schönhauser Allee steht und die S-Bahn sucht.
…geduldig
18. Oktober 2009Am Freitag eröffnete Angela Merkel feierlich das Neue Museum auf der Museumsinsel. Am Samstag und Sonntag sollte es nun freien Eintritt in das Museum geben. Als ich versuchte dieses Angebot anzunehmen traf ich auf eine erstaunlich lange Schlange. Zwar konnte ich mir so nicht die Nofretete anschauen aber ich bin um zwei Erkenntnisse reicher geworden. Erstens, die Berliner sind kulturinteressiert und zweitens, sie sind geduldig. Sich bei Nieselregen und eisiger Kälte an einer Schlange anzustellen die eine Wartezeit von mindestens zwei Stunden verspricht ist schon eine Herausforderung. Ich habe dann lieber auf den Besuch verzichtet und versuche es ein andermal. Aber viele Berliner und Gäste haben die Tortur des stundenlangen Anstehens auf sich genommen um sich das wiedereröffnete Neue Museum anzuschauen. Sie waren geduldiger als ich.
… gehasst
8. Oktober 2009Ich hab ja schon mal ein Lied über Berlin kommentiert. Nun bin ich über ein Lied von Second Decay mit dem Titel „I hate Berlin“ gestolpert. Das kann nun wirklich nicht unkommentiert bleiben. Das Lied stammt aus dem Jahre 1994 und anhören kann man es sich auch. Also los geht’s hier ein paar Anmerkungen zum Text:
du haßt dich selbst
für das was war
Naja die Geschichte Deutschlands ist in Berlin schon vieler Orts noch stark spürbar, aber so schlimm ist es nun auch wieder nicht.
du bist nur teil
der menschenschar Hä?
für was fürwahr
und was geschah ist nicht mehr wahr
die suche
scheint hier aussichtslos
und ohne ziel
nicht hoffnungsvoll
für was und wann
ist zeit genug
[ref.:]
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… tropisch
7. Oktober 2009Draußen sind es 21°C und es ist feucht, ja fast schwül. Dabei ist ja heute der 7. Oktober und nicht der 7. Juli. So ein komisches Wetter. Gestern hab ich gefroren und heute war ich total überrascht als ich auf die Straße ging, weil es so warm ist. Also die Jacke ausgezogen und beim Warten auf die S-Bahn erstmal ein bischen gesonnt. So schön kann Herbstwetter sein.
… besoffen
4. Oktober 2009„Immer dieses besoffenen Assis!“
Sonntag morgen kurz vor 2 Uhr an der Warschauerstraße. Recht viele Leute stehen am Bahnsteig und warten mal wieder auf die S-Bahn. Die Hälfte der Leute ist betrunken, die andere Hälfte ist es nicht und vom Verhalten der ersten Hälfte genervt. Junge Kerle torkeln über den Bahnsteig, stoßen mit anderen zusammen und fallen ihren Kumpels um den Hals. Ein Typ quatscht eine Junge Frau an, die versucht seiner Alkoholfahne und seiner Aufdringlichkeit auszuweichen. Die Umstehenden schauen allarmiert, aber dann ruft ihn sein Kumpel doch noch zurück. Ein Mitarbeiter der S-Bahn entfernt gerade die zerschlagene Scheibe des Informationskastens. Eine Bierflasche zerbricht. Die Warterei wird für die Nichtalkoholisierten am Gleis langsam richtig nervig. Als dann ein Betrunkener einem anderen hinterherruft „Immer dieses besoffenen Assis!“, müssen viele doch grinsen.
…photogen
6. September 2009„Kann man den Geist einer Stadt sichtbar machen?“
Mit dieser Frage und dem Titel „So schön ist Berlin“ beginnt das Zeit Magazin Mr. 36, dass sich zu großen Teilen einem Photoprojekt über Berlin widmet. Am 5. September 2008 machte sich eine Horde von Photographen, Autoren und Filmteams auf, um Berlin festzuhalten. 24h lang streiften sie durch Berlin und hielten ihre Eindrücke fest. Einige der Photos fanden sich nun in besagtem Zeit Magazin. Es erschien ein Buch und ARTE zeigte am 5. September diesen Jahres die Ergebnisse der Dreharbeiten. Alles nur um festzuhalten wie Berlin aussieht, sich anfühlt sich wandelt und wie man hier lebt. Anscheinend bin ich nicht die einzige Person, die versucht Berlin zubegreifen.
Ein weiteres Photoprojekt versucht nicht das Flair der ganzen Stadt einzufangen, sondern nur den Charme eines ganz bestimmten Ortes. Des S-Bahn Knotenpunktes Ostkreuz. Auf dem Fotoblog „Lostkreuz“ findet man zahlreiche Photos dieses alten Bahnhofsensemble, das gerade verschwindet. Viele der dort zusehenden Aufnahmen wären heute so nicht mehr möglich, weil sich das Ostkreuz gerade in einen sterilen, funktionalen Bahnhof verwandelt und bald nicht mehr vom Südkreuz unterscheidbar sein wird. Die Bilder auf Lostkreuz halten uns die letzten Atemzüge des alten Ostkreuzes vor Augen. Herlich.Berlin kann zwar häßlich sein, aber in all diesen Photos wird auch seine schrecklich schöne Seite sichtbar.
… deprimierend
2. September 2009„Kener hat dich gefragt ob du geboren werden willst, dann sollte dir och niemand vorschreiben wie du leben sollst.“
Eigentlich klingt dieser Satz ganz nett. Aber uneigentlich schwingt so viel Frustration, Enttäuschung und Lebensmüdigkeit mit, als ihn der Betrunkene in der S-Bahn sagt, dass er nur deprimiert. Es ist ein merkwürdiger Moment, nicht mehr wirklich Abend, noch nicht richtig Nacht. Nicht warm genug für Sommer, grade kalt genug zum frösteln. Einige müde Leute in der S-Bahn. Eine S-Bahn Angestellte auf dem Heimweg, mit einem Strauß Blumen. Auf die Nachfrage des Betrunkenen, wer ihr die denn geschenkt habe, meint sie, sie hätte sich mal was gegönnt. Sie sieht fertig aus und wirkt älter als sie ist. Alle hier wirken etwas mitgenommen, nach einem anstrengenden Tag voller Arbeit, oder voller Leere, oder voll mit Beidem. Für diese Menschen ist der Tag zu Ende. Geschafft. Was fehlt sind die Partygänger. Für die wäre der Tag um diese Uhrzeit noch lange nicht zu Ende. Eine ganze Nacht, die man zum Tag machen kann, läge noch vor ihnen. Aber es ist nicht Wochenende, also transportiert die Bahn nur müde Menschen, die mit dem Tag fertig sind. Wie deprimierend.
… sportlich
22. August 2009„Kommen die etwa alle vom Sport?“
Ich bin auf dem Weg zu einem Grillabend in der Nähe der Berliner Messe. Als ich gegen 21Uhr an der Station Messe Süd aussteige scheint die ganze Gegend wie ausgestorben. Ich fühle mich wie am Ende der Welt. Als ich zweieinhalb Stunden später an der gleichen Station wieder einsteigen will, ist die S-Bahn heillos überfüllt und ich muss mich zwischen die anderen stehenden Fahrgäste quetschen um überhaupt mitfahren zukönnen. Der verwirrte Ausspruch eines andere Fahrgastes „Kommen die etwa alle vom Sport?“ bringt mich auf die Idee, was all diese Menschen hier machen. Sie sind Zuschauer der Leichtathletik-Weltmeisterschaft.
Nicht nur bei der Messe sondern in der ganzen Stadt ist es kaum zu übersehen, Berlin ist im Leichtathletik-Fieber. Überall sieht man Menschen in betont sportlichen Klamotten mit Fähnchen und anderen Fanartikeln. Zwischendrin immer wieder Leute die Plastikkarten um den Hals hängen haben. Wenn man sich diese genauer anschaut, erkennt man dass es sich um Zugangsberechtigungskarten für die Spielstätten handelt. Da ließt man dann Dinge wie „Athlet Great Britain“ oder „Coach Great Britain“. Außerdem findet sich auf diesen Karten auch der Name der Person. Ich hab mir dann auch gleich den Namen des athletischen Mannes, neben dem ich neulich in der S-Bahn stand, gemerkt und ihn auf der Internetseite der IAAF nachgeschlagen. Deshalb weiß ich, dass er den 7. Platz im Halbfinale des 400m-Laufes gemacht hat. Interessant. Ich versteh zwar nicht, warum die Leute ihre Schilder nicht abnehmen, wenn sie zum Shoppen in die Stadt gehen. Aber ich werde die Augen offen halten, wen ich sonst noch erspähen kann.



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